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Nahrungsergänzungsmittel für Veganer: Der komplette Guide

Vegan und optimal versorgt: Entdecken Sie die wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel für eine vegane Ernährung. Mit wissenschaftlich fundierten Dosierungsempfehlungen.

Nahrungsergänzungsmittel für Veganer: Der komplette Guide

Eine vegane Ernährung bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile: niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten. Allerdings gibt es einige Nährstoffe, die in pflanzlichen Lebensmitteln nicht oder nur in geringen Mengen vorkommen. Ohne gezielte Supplementierung kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

In diesem umfassenden Guide erfahren Sie, welche Nahrungsergänzungsmittel für Veganer wirklich notwendig sind, welche sinnvoll sein können und wie Sie sich optimal versorgen – für eine gesunde, ausgewogene vegane Ernährung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Nahrungsergänzung bei veganer Ernährung?
  2. Vitamin B12: Absolut unverzichtbar
  3. Vitamin D: Der Sonnenhormon-Mangel
  4. Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA aus Algen
  5. Eisen: Auf die Form kommt es an
  6. Zink: Oft zu wenig in pflanzlicher Kost
  7. Jod: Kritischer Nährstoff
  8. Selen: Abhängig vom Boden
  9. Calcium: Nicht nur in Milch
  10. Protein: Qualität zählt
  11. Die optimale Supplement-Kombination
  12. FAQ
  13. Fazit

Warum Nahrungsergänzung bei veganer Ernährung?

Eine gut geplante vegane Ernährung kann alle notwendigen Nährstoffe liefern – mit wenigen Ausnahmen. Einige Vitamine und Mineralstoffe kommen ausschließlich oder hauptsächlich in tierischen Produkten vor oder werden aus pflanzlichen Quellen deutlich schlechter absorbiert.

Kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung

Absolut unverzichtbar:

  • Vitamin B12 (kommt nur in tierischen Produkten vor)

Sehr empfehlenswert:

  • Vitamin D (schwierig über Ernährung)
  • Omega-3 (EPA/DHA nur in Algen, nicht in Pflanzen)
  • Eisen (schlechtere Bioverfügbarkeit aus Pflanzen)
  • Zink (schlechtere Absorption aus Pflanzen)
  • Jod (oft unzureichend)

Möglicherweise sinnvoll:

  • Calcium (bei niedriger Zufuhr über Nahrung)
  • Selen (abhängig von Bodenqualität)
  • Vitamin K2 (MK-7 aus fermentierten Lebensmitteln)

Die Position der Ernährungsgesellschaften

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und andere Fachgesellschaften betonen: Eine vegane Ernährung erfordert eine sorgfältige Planung und die Supplementierung von Vitamin B12 ist absolut notwendig.

Vitamin B12: Absolut unverzichtbar

Vitamin B12 ist DER kritischste Nährstoff bei veganer Ernährung. Ein Mangel ist nicht die Frage ob, sondern wann – ohne Supplementierung.

Warum ist B12 so wichtig?

Funktionen:

  • Blutbildung (Mangel führt zu perniziöser Anämie)
  • Nervensystem (Mangel kann irreversible Nervenschäden verursachen)
  • DNA-Synthese
  • Energieproduktion
  • Gehirnfunktion

Das Problem: B12 kommt nur in tierischen Produkten vor

Vitamin B12 wird von Mikroorganismen produziert. Tiere nehmen es über Bakterien im Verdauungstrakt oder über Futter auf. Pflanzen enthalten kein verwertbares B12.

Mythos Spirulina: Spirulina und andere Algen enthalten B12-Analoga, die der Körper nicht verwerten kann. Sie sind keine zuverlässige B12-Quelle!

Angereicherte Lebensmittel: Pflanzenmilch, Frühstücksflocken oder Hefeflocken können mit B12 angereichert sein, reichen aber selten für die vollständige Versorgung aus.

Symptome eines B12-Mangels

Frühe Symptome:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • "Brain Fog"
  • Blässe

Fortgeschrittene Symptome:

  • Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen/Füßen
  • Gangunsicherheit
  • Gedächtnisprobleme
  • Depressionen
  • Irreversible neurologische Schäden

Gefährlich: Ein Mangel entwickelt sich schleichend über Jahre. Die Leber kann B12 speichern, aber diese Reserven sind nach 3-5 Jahren veganer Ernährung aufgebraucht.

Empfohlene Dosierung

Tägliche Einnahme:

  • 250 µg Cyanocobalamin täglich (oder 500 µg Methylcobalamin)

Wöchentliche Einnahme:

  • 2.000 µg Cyanocobalamin 2-3x pro Woche

Sublingual oder als Lutschtablette für bessere Aufnahme

Wichtig:

  • Regelmäßige Blutwerte kontrollieren (Holo-Transcobalamin oder Methylmalonsäure)
  • Bei Mangel: Hochdosierte Therapie oder Injektionen
  • Cyanocobalamin ist die stabilste und am besten erforschte Form

Wie lange B12 supplementieren?

Antwort: Lebenslang! Als Veganer müssen Sie B12 dauerhaft supplementieren. Es gibt keine pflanzliche Alternative.

Vitamin D: Der Sonnenhormon-Mangel

Vitamin D ist nicht spezifisch ein veganes Problem, aber besonders Veganer sind oft mangelhaft versorgt.

Warum Veganer besonders betroffen sind

  • Vitamin D3 in Lebensmitteln kommt hauptsächlich in fettem Fisch vor
  • Veganes Vitamin D2 (aus Pilzen) ist weniger wirksam als D3
  • Viele Veganer meiden angereicherte Produkte

Lösung: Es gibt mittlerweile veganes Vitamin D3 aus Flechten!

Funktionen von Vitamin D

  • Calcium-Aufnahme und Knochengesundheit
  • Immunsystem
  • Muskelfunktion
  • Stimmung
  • Hormonproduktion

Empfohlene Dosierung

  • Standard: 2.000 IE täglich
  • Im Winter: 2.000-4.000 IE täglich
  • Optimalwert im Blut: 40-60 ng/ml

Einnahme: Mit einer fetthaltigen Mahlzeit, idealerweise mit Vitamin K2

Wählen Sie veganes D3 aus Flechten (nicht D2!)

Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA aus Algen

Omega-3 ist der zweitkritischste Nährstoff nach B12 – und wird oft übersehen.

Das Omega-3-Problem bei Veganern

Pflanzliche Quellen enthalten nur ALA:

  • Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse liefern ALA (Alpha-Linolensäure)
  • ALA muss zu EPA und DHA umgewandelt werden
  • Umwandlungsrate ist sehr gering: Nur 5-10%!
  • Frauen konvertieren etwas besser als Männer

EPA und DHA sind essentiell für:

  • Gehirngesundheit (DHA macht 40% der Gehirnfette aus)
  • Herz-Kreislauf-Schutz
  • Entzündungshemmung
  • Sehkraft
  • Schwangerschaft (Gehirnentwicklung des Babys)

Studien zeigen: Veganer haben niedrige EPA/DHA-Werte

Untersuchungen belegen: Veganer ohne Algenöl-Supplementierung haben deutlich niedrigere EPA- und DHA-Spiegel als Fischesser. Langfristige Auswirkungen auf Gehirn und Herz sind möglich.

Empfohlene Dosierung

  • Basisversorgung: 250-500 mg EPA+DHA täglich
  • Optimal: 500-1.000 mg EPA+DHA täglich
  • In Schwangerschaft: 300 mg DHA täglich (mindestens)

Quelle: Algenöl-Kapseln (aus Mikroalgen, vegan)

Wichtig: Nicht mit ALA-reichen Pflanzenölen zufriedengeben – direktes EPA/DHA ist notwendig!

Eisen: Auf die Form kommt es an

Eisen aus pflanzlichen Quellen (Nicht-Häm-Eisen) wird deutlich schlechter absorbiert als tierisches Häm-Eisen.

Das Eisenproblem bei Veganern

  • Absorption: Nur 5-10% aus Pflanzen vs. 15-35% aus Fleisch
  • Hemmstoffe: Phytate, Oxalate, Tannine in pflanzlichen Lebensmitteln hemmen Eisenaufnahme
  • Besonders betroffen: Frauen im gebärfähigen Alter (Menstruation)

Symptome eines Eisenmangels

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Blässe
  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Anfälligkeit für Infekte

Eisenreiche pflanzliche Lebensmittel

  • Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen)
  • Tofu
  • Kürbiskerne
  • Sesam
  • Vollkorngetreide
  • Grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl)

Verbesserung der Eisenaufnahme

Aufnahme fördern:

  • Vitamin C zu eisenreichen Mahlzeiten (Zitronensaft, Paprika, Brokkoli)
  • Fermentierte Lebensmittel
  • Einweichen von Hülsenfrüchten (reduziert Phytate)

Aufnahme hemmen:

  • Kaffee und Tee (1-2 Stunden Abstand zu Mahlzeiten)
  • Calcium-Supplements (zeitlich trennen)

Empfohlene Dosierung

  • Täglicher Bedarf: Frauen 15 mg, Männer 10 mg
  • Veganer benötigen 1,8-fache Menge: Frauen 27 mg, Männer 18 mg
  • Supplementierung bei Mangel: 50-100 mg täglich (nach Bluttest)

Beste Formen:

  • Eisenbisglycinat (gut verträglich, hohe Bioverfügbarkeit)
  • Eisencitrat

Einnahme: Nüchtern mit Vitamin C, Abstand zu Kaffee/Tee

Wichtig: Vor Supplementierung Eisenwerte überprüfen lassen (Ferritin)!

Zink: Oft zu wenig in pflanzlicher Kost

Zink aus pflanzlichen Quellen wird durch Phytate gehemmt, ähnlich wie Eisen.

Warum Veganer gefährdet sind

  • Schlechtere Absorption: Nur 15-20% aus Pflanzen vs. 25-40% aus Fleisch
  • Phytate: Hemmen Zinkaufnahme stark
  • Niedriger Gehalt: Pflanzliche Lebensmittel enthalten generell weniger Zink

Funktionen von Zink

  • Immunsystem
  • Wundheilung
  • Haut, Haare, Nägel
  • Fruchtbarkeit
  • Geschmacks- und Geruchssinn
  • DNA-Synthese

Symptome eines Zinkmangels

  • Geschwächtes Immunsystem (häufige Infekte)
  • Haarausfall
  • Hautprobleme
  • Geschmacks- und Geruchsstörungen
  • Verzögerte Wundheilung
  • Weiße Flecken auf Nägeln

Zinkreich pflanzliche Lebensmittel

  • Kürbiskerne (7 mg pro 100 g)
  • Haferflocken (4 mg pro 100 g)
  • Linsen (3 mg pro 100 g)
  • Nüsse (Cashews, Mandeln)
  • Tofu

Empfohlene Dosierung

  • Täglicher Bedarf: 10-15 mg
  • Veganer benötigen mehr: 15-25 mg
  • Supplementierung: 15-25 mg täglich

Beste Formen:

  • Zink-Bisglycinat (beste Verträglichkeit)
  • Zinkcitrat

Einnahme: Abends, 2 Stunden nach der letzten Mahlzeit

Balance mit Kupfer: Bei langfristiger Zink-Supplementierung auch Kupfer supplementieren (1-2 mg täglich)

Jod: Kritischer Nährstoff

Jod ist essentiell für die Schilddrüsenfunktion und wird bei veganer Ernährung oft vernachlässigt.

Warum Jod problematisch ist

  • Hauptquelle: Fisch und Meeresfrüchte
  • Milch: Wichtige Quelle für Nicht-Veganer (jodiertes Tierfutter)
  • Jodiertes Speisesalz: Reicht oft nicht aus
  • Algen: Unberechenbarer Jodgehalt (zu viel oder zu wenig)

Funktionen von Jod

  • Schilddrüsenhormone (T3, T4)
  • Stoffwechselregulation
  • Gehirnentwicklung (besonders wichtig in Schwangerschaft!)
  • Energieproduktion

Symptome eines Jodmangels

  • Müdigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Kälteempfindlichkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Vergrößerte Schilddrüse (Kropf)

Jodquellen für Veganer

Algen (Vorsicht bei Dosierung!):

  • Nori (mild, 5-15 µg pro Blatt)
  • Wakame (mittel, 40-80 µg pro Portion)
  • Kombu (sehr hoch, bis zu 3.000 µg pro Blatt – zu viel!)

Problem: Jodgehalt in Algen ist extrem variabel und kann leicht zu Überdosierung führen.

Empfohlene Dosierung

  • Täglicher Bedarf: 150-200 µg
  • In Schwangerschaft: 250 µg
  • Maximal: 500 µg täglich (bei langfristiger Überdosierung: Schilddrüsenprobleme)

Empfehlung: 150-200 µg täglich als Supplement (Kaliumjodid)

Wichtig: Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrollieren lassen

Selen: Abhängig vom Boden

Selen ist wichtig für Schilddrüse, Immunsystem und Zellschutz.

Das Selen-Problem in Europa

  • Europäische Böden sind selenarm
  • Pflanzliche Lebensmittel aus Europa enthalten wenig Selen
  • Paranüsse: Beste vegane Quelle, aber Selengehalt sehr variabel

Funktionen von Selen

  • Schilddrüsenfunktion (aktiviert Schilddrüsenhormone)
  • Antioxidativer Schutz
  • Immunsystem
  • Fruchtbarkeit

Empfohlene Dosierung

  • Täglicher Bedarf: 60-70 µg
  • Optimal: 100-200 µg
  • Maximal: 300 µg (Überdosierung vermeiden!)

Quellen:

  • 1-2 Paranüsse täglich (liefern etwa 100 µg)
  • Oder Selen-Supplement (100 µg Natriumselenit oder Selenmethionin)

Vorsicht: Nicht überdosieren! Symptome: Haarausfall, brüchige Nägel, Übelkeit

Calcium: Nicht nur in Milch

Calcium ist für Knochen, Zähne, Muskeln und Nerven essentiell.

Calciumversorgung bei Veganern

Gute Nachricht: Mit bewusster Ernährung ist ausreichend Calcium aus pflanzlichen Quellen möglich.

Calciumreiche pflanzliche Lebensmittel:

  • Grünkohl (150 mg pro 100 g)
  • Brokkoli (60 mg pro 100 g)
  • Mandeln (250 mg pro 100 g)
  • Sesam (780 mg pro 100 g)
  • Tofu mit Calciumsulfat (350 mg pro 100 g)
  • Angereicherte Pflanzenmilch (120 mg pro 100 ml)
  • Calciumreiches Mineralwasser (über 150 mg/l)

Calcium-Absorption verbessern

Förderlich:

  • Vitamin D (essentiell!)
  • Vitamin K2
  • Magnesium

Hemmend:

  • Phytate und Oxalate (in Spinat, Rhabarber, Mangold)
  • Zu viel Protein
  • Zu viel Salz
  • Koffein

Empfohlene Dosierung

  • Täglicher Bedarf: 1.000 mg (Frauen ab Menopause: 1.200 mg)
  • Aus Nahrung anstreben: 800-1.000 mg
  • Supplementierung bei Bedarf: 500-1.000 mg täglich

Wichtig: Immer mit Vitamin D3 und K2 kombinieren!

Protein: Qualität zählt

Protein ist bei veganer Ernährung mengenmäßig kein Problem, aber die Qualität ist wichtig.

Pflanzliche Proteinquellen

  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
  • Tofu, Tempeh, Edamame
  • Quinoa
  • Vollkorngetreide
  • Nüsse und Samen
  • Vegane Proteinpulver (Erbse, Reis, Hanf)

Proteinqualität verbessern

Aminosäureprofil optimieren:

  • Kombination verschiedener Proteinquellen
  • Hülsenfrüchte + Getreide (z.B. Linsen mit Reis)
  • Nicht alle Aminosäuren müssen in einer Mahlzeit sein, sondern über den Tag verteilt

Empfohlene Zufuhr

  • Mindestens: 1,0 g pro kg Körpergewicht
  • Optimal: 1,2-1,6 g pro kg Körpergewicht
  • Sportler: 1,6-2,0 g pro kg Körpergewicht

Bei rein pflanzlicher Ernährung eher am oberen Ende orientieren, da pflanzliches Protein weniger gut verwertet wird.

Die optimale Supplement-Kombination

Absolut notwendig (alle Veganer)

Täglich:

  • Vitamin B12: 250 µg (oder 2.000 µg 2-3x pro Woche)
  • Vitamin D3: 2.000-4.000 IE (vegan aus Flechten) + K2 (200 µg)
  • Omega-3 (Algenöl): 250-500 mg EPA+DHA

Stark empfohlen (bei typisch veganer Kost)

Täglich:

  • Jod: 150 µg
  • Zink: 15-25 mg
  • Selen: 100 µg (oder 1-2 Paranüsse)

Bei Bedarf (individuell)

Täglich:

  • Eisen: 50-100 mg (nur bei nachgewiesenem Mangel)
  • Calcium: 500-1.000 mg (wenn Zufuhr über Nahrung niedrig)
  • Vitamin K2: 100-200 µg (wenn nicht mit D3 kombiniert)

Einnahmeplan für Veganer

Morgens (mit Frühstück):

  • Vitamin D3 (2.000 IE) + K2 (200 µg)
  • Omega-3-Algenöl (500 mg)
  • B12 (250 µg, sublingual)
  • Jod (150 µg)

Abends (mit Abendessen oder danach):

  • Zink (15-25 mg)
  • Selen (100 µg)
  • Calcium (falls supplementiert, 500 mg)

Nüchtern (morgens):

  • Eisen (falls nötig, mit Vitamin C)

Kosten-Nutzen-Überlegung

Basis-Stack (B12, D3+K2, Omega-3, Jod, Zink):

  • Kosten: ca. 30-50 Euro pro Monat
  • Unbezahlbar für Ihre Gesundheit!

Tipp: Multivitamin-Präparate speziell für Veganer decken viele Nährstoffe ab, aber:

  • B12-Dosis oft zu niedrig
  • Omega-3 fehlt meist
  • Separate Ergänzung notwendig

FAQ

Frage 1: Kann ich als Veganer ohne Supplements gesund leben? Nein, zumindest Vitamin B12 ist absolut notwendig. Es gibt keine zuverlässige pflanzliche B12-Quelle. Omega-3 (EPA/DHA) ist ebenfalls kritisch. Andere Nährstoffe können theoretisch über eine sehr sorgfältig geplante Ernährung gedeckt werden, aber Supplements sind sicherer und praktischer.

Frage 2: Wie oft sollte ich meine Blutwerte kontrollieren lassen? Als Veganer sollten Sie folgende Werte regelmäßig überprüfen: Vitamin B12 (Holo-Transcobalamin oder Methylmalonsäure), Vitamin D, Eisen (Ferritin), Zink, Omega-3-Index. Empfehlung: Einmal jährlich, bei Beginn der veganen Ernährung nach 6 Monaten.

Frage 3: Sind vegane Supplements wirklich vegan? Achten Sie auf Zertifizierungen (V-Label, Vegan Society). Vorsicht bei: Vitamin D3 (oft aus Wollfett – wählen Sie Flechten-D3), Omega-3 (Fischöl – wählen Sie Algenöl), Vitamin K2 MK-7 (meist vegan aus Natto).

Frage 4: Kann ich meinem veganen Kind die gleichen Supplements geben? Kinder benötigen andere Dosierungen. B12, D3, Omega-3 und Jod sind auch für vegane Kinder essentiell. Besprechen Sie Dosierungen unbedingt mit einem Kinderarzt. Vegane Ernährung bei Kindern erfordert besondere Sorgfalt!

Frage 5: Nehme ich durch Supplements ab oder zu? Nein, Supplements beeinflussen das Gewicht nicht direkt. Sie stellen nur sicher, dass Ihr Körper optimal funktioniert. Bei B12-Mangel kann allerdings der Stoffwechsel träge werden – Ausgleich kann dann zu mehr Energie und indirekt zu Gewichtsverlust führen.

Frage 6: Sind die empfohlenen Mengen nicht viel höher als die RDA? Ja, teilweise. Die RDA (Recommended Dietary Allowance) verhindert Mangel, ist aber oft nicht optimal. Zudem haben Veganer bei manchen Nährstoffen (Eisen, Zink) einen höheren Bedarf aufgrund schlechterer Bioverfügbarkeit. Die genannten Dosierungen sind sicher und orientieren sich an aktueller Forschung.

Frage 7: Kann ich B12 aus angereicherten Lebensmitteln decken? Theoretisch ja, praktisch schwierig. Sie müssten mehrmals täglich angereicherte Produkte essen und die Aufnahme ist unsicher. Supplements sind zuverlässiger. Angereicherte Lebensmittel können ergänzen, aber nicht ersetzen.

Frage 8: Ist Spirulina eine gute B12-Quelle? Nein! Spirulina enthält B12-Analoga, die der Körper nicht verwerten kann. Diese Analoga können sogar Bluttests verfälschen (falsch hohe Werte), während tatsächlich ein Mangel vorliegt. Verlassen Sie sich nicht auf Spirulina für B12!

Fazit

Eine vegane Ernährung ist gesund, ethisch und nachhaltig – aber sie erfordert Wissen und die richtigen Nahrungsergänzungsmittel. Mit gezielter Supplementierung können Sie alle Nährstoffe optimal abdecken und gesund leben.

Die unverzichtbaren Supplements für Veganer:

Absolut notwendig:

  • Vitamin B12 (250 µg täglich)
  • Vitamin D3 + K2 (2.000 IE + 200 µg)
  • Omega-3 aus Algenöl (250-500 mg EPA+DHA)

Stark empfohlen:

  • Jod (150 µg)
  • Zink (15-25 mg)
  • Selen (100 µg oder 1-2 Paranüsse)

Bei Bedarf:

  • Eisen (bei nachgewiesenem Mangel)
  • Calcium (bei niedriger Zufuhr)

Investition in Ihre Gesundheit: 30-50 Euro pro Monat für die Basis-Supplements sind eine lohnende Investition in Ihre langfristige Gesundheit.

Goldene Regeln:

  1. B12 nie vergessen – lebenslang supplementieren
  2. Blutwerte regelmäßig kontrollieren
  3. Auf Qualität achten (vegane Zertifizierung, gute Bioverfügbarkeit)
  4. Ernährung weiterhin optimieren (Supplements sind Ergänzung, kein Ersatz)

Mit diesem Wissen und der richtigen Supplementierung steht einer gesunden, vitalen veganen Lebensweise nichts im Wege!


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Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Besonders bei veganer Kinderernährung, in der Schwangerschaft oder bei Vorerkrankungen ist professionelle Beratung wichtig. Lassen Sie Ihre Blutwerte regelmäßig kontrollieren.

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Medizinischer Hinweis

Wichtig: Diese Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Fragen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder vor Beginn einer neuen Supplementierung konsultieren Sie bitte immer einen qualifizierten Arzt oder Apotheker. Die Inhalte auf VitaminKompass basieren auf wissenschaftlichen Quellen, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.